Auch unsere Daten verändern sich.

Wir ziehen um, Straßennamen werden geändert oder es entstehen neue Wohnsiedlungen. Wie können die Datenbestände bzw. die Datenbanken damit umgehen? Wie wirkt sich das auf die Adressvalidierung aus?

Das ist eine vielgestellte Frage. Wenn es um die Erschließung von Daten geht, wird oft nur an die inhaltlichen Daten gedacht. Mittlerweile gibt es aber auch zahlreiche Möglichkeiten, um bspw. den Ort in einer Datenbank mit neuen Adressen zu finden.

Die Veränderung der Daten ist in aller Regel transparent und kann mit Hilfe von Software-Lösungen umgesetzt werden. Und sollte auch umgesetzt werden. Stellen wir uns nur vor, mit wie vielen Kosten für Fehllieferungen zu rechnen ist, wenn die Datenbestände nicht korrekt sind.

Die entscheidende Frage, die bei der Veränderung der Daten auftaucht, ist jedoch nicht technisch sondern organisatorischen Natur: Wie kann man die Datenerfassungsprozesse anpassen und durchführen? Und wo liegen die Grenzen? Bei den neu erfassten Adressbüchern muss darüber hinaus noch geprüft werden, ob diese auch wirklich hinreichend vollständig sind.

Wie kann man dafür sorgen, dass die Adressen nicht mehr geändert werden? Durch eine gute Erfassung und Verknüpfung mit bspw. der topografischen Datenbank von Landkarten oder den Geodaten der Kommune können diese entsprechend behandelt werden (vgl. Abschnitt 2.). Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Daten mit Hilfe von Geodaten an neue Bedingungen angepasst werden können (zum Beispiel bei Straßennamen). Die Bestandsveränderung ist demnach kein Problem für die lokale Adressierung, sondern für die Funktionsfähigkeit des Systems als Ganzes.

Die zentralen Fragen sind: Wie lässt sich die Datenbank noch weiterentwickeln? Werden neue Anforderungen bei der Verarbeitung von Adressdaten bestehen, die es erlauben, dass nicht mehr jede Kommune für sich alleine tätig ist?

Schlussfolgerungen

Die Ziele der Adressierung sind hoch komplex. Sie umfassen Datenbestände, die nicht nur dem Informationsinteresse dienen, sondern auch dem gesellschaftlichen Wertesystem und der Verantwortung des Staates gegenüber seinen Bürgern.

Datenerfassung und -management sind erste Schritte zur Aufbereitung von Informationen. Und daher ein wichtiger Bestandteil der Forderung nach Datensouveränität. Die Kommune sollte jedoch auch an die Weiterverarbeitung denken. Nur mit Hilfe von standardisierten Datensätzen lassen sich eine Vielzahl von Anwendungsszenarien realisieren.

In Bezug auf die rechtlichen Rahmenbedingungen ist immer wieder darauf hinzuweisen, dass die Frage nach der eigenen Adresse eine gesellschaftliche Aufgabe ist.

Wenn es um die Veränderung des Datenbestandes geht, sollte man im Fokus der Erfassung und der Datenbanken sein. Die Kommune muss überlegen, wie sie mit den Änderungen umgehen kann. Es handelt sich bei diesem Thema um eine Frage der Organisation und nicht des technischen Umfangs.

Von großer Bedeutung ist, dass sich die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Erschließung von Daten verbessern.

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