Wehlheidens Geschichte

Von 1143 bis heute: Die wichtigsten Fakten rund um die Entstehung unseres schönen Stadtteils Wehlheiden.

1143 – Die erste urkundliche Erwähnung

Zum ersten Mal ist offiziell von „superior villa Welede“ (Oberwehlheiden) die Rede. 1219 kommt dann „inferior Welede“ (Niederwehlheiden) dazu.
Andere Quellen beziehen sich auf die Nennung eines Dorfs namens „Welehethen“ südlich des Tannenwäldchens im Jahr 1146. Wirklich sicher ist nur, dass Wehlheiden auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Zur Erinnerung: Kassel erhielt erst im Jahr 1189 die Stadtrechte.

1869 – Neue Gemarkung

Der Textilfabrikant Sigmund Aschrott beginnt, nördlich der Wilhelmshöher Allee Land zu kaufen. Bis dahin nutzten die Bauern Wehlheidens diese Flächen als Weideland. Auf dem freien Gelände legt Aschrott neue Straßenzüge an. Er plant und baut einen komplett neuen Stadtteil, den heutige Vorderen Westen. Dort lassen sich vor allem reiche Kaufleute und Fabrikaten nieder. In Wehlheiden wohnen weiterhin einfache Handwerker und Bauern. Sie bleiben ihren Traditionen treu. Seit dieser Zeit bildet die Wilhelmshöher Allee die Spiegelachse der beiden Stadtteile.

1899 – Zusammenschluss mit Kassel

Die Stadt Kassel ist über den Vorderen Westen dicht an Wehlheiden herangewachsen. Die beiden Stadtteile werden nur noch getrennt durch die Wilhelmshöher Allee. Die Bevölkerung Wehlheidens steigt stetig an und so wird auch der dörfliche Charakter zunehmend städtischer geprägt. Neben den Bauern wohnen dort mittlerweile überwiegend Industriearbeiter.
Wehlheiden wächst die Versorgung dieser vielen Menschen immer mehr über den Kopf. Und da die Stadt Kassel an einer Ausdehnung in Richtung Westen sehr interessiert ist, schließen sich Wehlheiden und Kassel am 1. April 1899 zusammen. Kassel erreicht damit die Grenze von 100.000 Einwohnern und kann sich fortan Großstadt nennen.

1943 – Zerstörung durch Bomben

In der Nacht des 22. Oktober 1943 wird die Stadt Kassel zu großen Teilen zerstört. Auch Wehlheiden erwischt es schlimm: Die Kreuzkriche, die Adventskirche und das Finanzgebäude werden zerstört. Friedenstraße, Kirchweg und Wilhelmshöher Allee zählen endlose Bombeneinschläge. Der Bereich um den Bahnhof Wilhelmshöhe bekommt besonders viel ab. Überraschenderweise bleibt das benachbarte NS-Generalkommando unversehrt.

1951 – Neuanfang

Der kräftezehrende Wiederaufbau dauert viele Jahre. Doch schließlich kann die Bevölkerung damit beginnen, ihre dörflichen Stukturen aus der Zeit vor dem Krieg wieder neu zu beleben. Das „Wehlheider Hoftheater“ tritt wieder auf, man gründet einen Turnverein, einen Gesangsverein und den Fußballverein Kasseler SV. Die Parteien schließen sich in Ortsvereinen zusammen . Man eröffnet provisorische Läden an der Wilhelmshöher Allee und ganz langsam kehrt wieder Ruhe ein in Wehlheiden.