Das Bierdorf

Die Menschen in Wehlheiden haben schon immer gern gefeiert. Davon zeugen heute noch alte Lieder und Gedichte.

Und Kneipen gabs ne große Zahl
Ich honn noch so’n paar im Sinn,
Nach Lösers Hans und Lösers Oll
Da schob so mancher hninn.

Bie Stocks Schmitte um die Ecke rumm
Do war die hohe Treppe,
Do soß das ahle Schlappmull drinn,
Dat suffen um die Wette.

Und der Anker der war sehr bekannt
Über Wehlheiden weit hinaus,
Da drinn gabs manchmals Schlägerei,
Man einer flog zum Fenster raus!

Denn im Anker war oft das Militär,
Die Infantristen und auch die Husaren,
Aber die Wehlheidener Burschen fackelten nett
Und honnse oft dann rußgeschlagen.

Im Kirchweg war noch ein schönes Lokal,
Das war das Appetittchen.
Do honn die Burschen und Mädchen getanzt
In ähren ahlen Trittchen.

Do wurd noch rechts und links getanzt
Im festen Walzerschritt;
Do tante’s Karline und der Franz
Und alles hippete mit.

In der Wilhelmshöher Allee war das Trivoli,
Sie hatten immer Gehacktes mit Brie.
Uns Deppen nahmen die meisten gleich mitte
Wenn ‘se gingen nach Strack in die Ziegelhütte.

Do gabs immer schöne Sulpersknochen,
Die konntes Mathilde wunderbar kochen.
Wenn nix mehr ging in ähre Ketßen hinein,
Dann brachten ‘se den Rest in den Treppen vor de Wänste mit heim!

Bei Einbecks Fritz wurden die Kännchen getrunken
Oben an der Schönfelderstraße Ecke.
Und mancher wackelte hübsch harte heim
Und lag dann off der Treppe.

(Auszug aus einem Gedicht von Christel Sinnig)

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