Drei verschiedene Windmühlen

Thorbecke trat 1798 Schönfeld an seinen Landsmann Major Adrian van der Hoop ab. Zuvor noch ließ er die Windmühle abbrechen und auf dem Graß wieder aufbauen. In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts stand auf dem Graß ein Backsteinstumpf, in dem jeder die Reste der Thorbeckschen Mühle vermutete. Als man 1938 daran ging, die Mühle wieder aufzubauen, stellte man fest, daß es sich hier um Reste einer ganz anderen Mühle handelte. Diese hatte erst nach 1870 ein gewisser Unternehmer Pempel erbaut; deshalb nannten die Wehlheider sie auch „die Pempelei”. Sie diente unter anderem als Töpferei, als Farbenfabrik und verfiel schließlich. Der Wiederaufbau 1938 blieb ungenutzt, bis die Windmühle schließlich von den Bomben des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde.

Der Anführer jener „Streitmacht”, die die Thorbecksche Holzwand im März 1794 stürmte, war übrigens kein anderer als der damalige Grebe (Bürgermeister) Johannes Eckhard Kersten, der auch die „Siegesfeier” finanzierte. Die Kerstens zählten seit hunderten von Jahren zu den größten Bauern Wehlheidens. Der Hof stand auf dem Grundstück Schönfelder Straße 41. Nach seinem Verkauf trat die Spohrsche Bürger-schänke an seine Stelle. Kerstenscher Grund und Boden gab Bauplätze für bedeutende Einrichtungen ab, unter anderem für die Justizvollzugsanstalt, die Friedenskirche, das Rote-Kreuz-Krankenhaus und den Wehlheider Friedhof. Ein Gedenkstein am Haupteingang weist darauf hin, daß der Friedhof 1833 unter dem Greben Nicolaus Kersten angelegt wurde. Sehr viele Glieder der Familie Kersten fanden auf diesem Friedhof ihre letzte Ruhestätte, Unter anderem auch der 1962 in den USA 71 jährig verstorbene Schriftsteller Kurt Kersten, Ururenkel jenes Anführers des Sturms auf die Bretterwand.

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