Fakten aus Wehlheidens Vergangenheit

  • Erstmals 1143, später noch einmal in den Jahren 1240, 1251 und 1374, wird in Urkunden ein später untergegangenes Dorf mit dem Namen „superior villa Welede” (Oberwehlheiden) erwähnt, das vermutlich südlich des Kratzenbergs lag. Es ist nicht überliefert, warum dieses im Bereich des heutigen Vorderen Westen gelegene Dorf zur Wüstung wurde. In den Jahren 1219 und 1225 findet sich in den Urkunden dann ein „Inferior Welhede” (Niederwehlheiden), während in späterer Zeit nur noch vom Dorf Wehlheiden die Rede ist.
  • Die Lage der Gemarkung als „Querriegel” zwischen der Stadt Kassel und der Sommerresidenz des Landgrafen im Habichtswald bestimmte die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Dorfes Wehlheiden.
  • Bereits im 18. Jahrhundert gab es Rechtsstreitigkeiten über das Recht der Gemeinde Wehlheiden, von den am Rand der Allee zwischen Stadt und Sommerresidenz angesiedelten Gewerbetreibenden Abgaben zu erheben.
  • Die Bevölkerungsstruktur des alten Bauern- und Handwerkerdorfes verändert sich schon im 18. Jahrhundert. Um 1810 stellten die Tagelöhner die größte Berufsgruppe vor den Bauern dar. Aber überdurchschnittlich sind selbständige Handwerker, Fabrikanten und vor allem Gastwirte vertreten.
  • In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wächst Wehlheiden zur größten Gemeinde im Umkreis von Kassel an. Die Einwohnerzahl steigt rapide: 1866: 2 200; 1880: 4 020; 1885: 5 363; 1891: 6 316; 1899: 10 114 Einwohner. Zählt man 1 608 Militärangehörige und 438 Strafgefangene hinzu, hatte Wehlheiden im Jahr der Eingemeindung eine Gesamtbevölkerung von 12 160 Personen. Arbeiter der Kasseler Industriebetriebe sowie die Beamten und Arbeiter bei der Eisenbahn waren die dominierenden Bevölkerungsgruppen.
  • Die Wirtschaftskraft Wehlheidens wurde bestimmt von einer Lehmsteinfabrik sowie der Aktienbrauerei, die die meisten der etwa 40 Wirtschaften Wehlheidens mit Bier belieferte.
  • 1886 bis 1889 Bau der Wehlheider Kirche (Adventskirche)
  • 1. April 1899 Eingemeindung